Hartmut Sy

Hartmut Sy

Wahrnehmungsirritationen rufen sie hervor, die hintergründigen Skulpturen des Berliner Bildhauers Hartmut Sy (1962*). Quadergitter, Würfel, Pflastersteine scheinen kippend, hochfahrend oder schwebend ineinander zu stürzen. Die dynamische Anordnung von rechteckigen, quadratischen oder L-förmigen Formen erweckt den Anschein von zugespitztem Chaos, erweist sich bei näherer Betrachtung aber als harmonische Ordnung von sanfter Bewegtheit, die Wahrnehmung neu interpretiert. Bewegung skulptural umzusetzen und die Schwerkraft aufzuheben sind die Themen.  "Damit experimentiere ich", sagt der Künstler, "Schweres erscheint plötzlich leicht, Leichtes gewichtig. Dabei kann es Wochen dauern, bis eine Skulptur fertig ist. Manchmal ist die zugrunde liegende künstlerische Idee schon sichtbar, doch die technische Realisation überzeugt noch nicht."


Mit Arbeiten wie "Pietà" (2005), "Hommage an Giacometti" (1998) und "Hommage an Max Bill" (2009), stellt sich Sy bewusst in die Tradition der klassischen Moderne, während Titel wie "Giraffe" (2003) oder "Blumenstrauß" (2009) die abstrakten Skulpturen ironisch brechen. Nur konsequent ist es, dass der Künstler seine raumgreifende Formensprache seit 1997 auch in Großskulpturen Wirklichkeit werden lässt. Wie aber kann der gleich bleibende Ideengehalt dieses mittlerweile 20 Jahre andauernden künstlerischen Arbeitsprozesses bestimmt werden? Das über Deutschland hinaus bekannte Bildhauerehepaar Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff schreiben: "Nüchternheit und Poesie. Genauigkeit und Freiheit bilden in den Arbeiten von Hartmut Sy eine völlig natürliche Synthese."


Ausstellungsperiode
25 April - 31 Oktober 2010.